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Nürnberger Nachrichten

Donnerstag 1. September 2005

 

Kultur und Freizeit in Nürnberg

von Birgit Ruf

 

Vom Kino und alten Meistern inspiriert

 

Geschlechterkampf als Thema: Alexander Ivanovski ist bei der NN-Kunstpreisschau vertretenEin Schrei aus voller Seele. Könnte man ihn hören, er ginge durch Mark und Bein: Eine hysterische Frau, jung, schön und elegant, steht mit weit aufgerissenem Mund und zerrissener Perlenkette in nobler Pool-Landschaft. Ein Mann bückt sich nach den kullernden Perlen, ein anderer, ebenfalls im eleganten Anzug, hält einen Strang des wertvollen Halsschmuckes in den Händen. „Perlenräuber” wollte der junge Nürnberger Künstler Alexander Ivanovski das großformatige Gemälde ursprünglich nennen. Jetzt heißt es schlicht „Am Pool” — damit der Betrachter freier bleibt, sich seine eigenen Geschichten zu der Szene zu denken.

 

Nicht umsonst erinnern die Großleinwände des 32-Jährigen an Filmszenen. „Ich liebe das Kino, vor allem Visconti, Bergman und Tarkowski”, sagt er.

In seinen Bildern führt er Regie, ist Kulissenbauer, Kostümbildner und Storyschreiber zugleich. Spontanität, Unschärfen und Zufälligkeiten haben da keinen Platz: „Ich konstruiere meine Kompositionen sehr genau”.

 

Sein Thema ist der Mensch, den er, handwerklich exzellent, in eindringlichen Porträts oder eben in den „Geschichten-Bildern” zeigt. Mit einem davon ist Ivanovski derzeit auch in der Ausstellung zum Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten im Kunsthaus vertreten. „Delikatessen” heißt es, und auch hier geht es im coolen Ambiente um eine Frau zwischen zwei Männern. „Meine Bilder handeln oft vom Kampf um eine Frau, mich interessiert die Beziehung der Geschlechter”, sagt der Maler und bekennt: „Ich kann mir nicht vorstellen Landschaften oder gar abstrakt zu malen”.

Zeichnen war schon als Kind sein Hobby. Vor und während des Studiums hat er viele Größen der Kunstgeschichte, mit Vorliebe die alten holländischen Meister kopiert. „Das silberne Licht, das ihren Bildern etwas Geheimnisvolles gibt, hat mich fasziniert”, sagt Ivanovski.

 

Studium in St. PetersburgGeboren wurde Alexander Ivanovski 1972 in Kasachstan, studierte Kunsterziehung in St.Petersburg und zog 1999 mit seinen Eltern nach Nürnberg. Weil das Lehramt doch nichts für ihn war, ging er erneut an die Hochschule, um freie Malerei zu studieren in der Klasse von Christine Colditz. „Das hat mir viel gebracht. Die Auseinandersetzungen mit ihr waren sehr wichtig”, sagt er über die Lehrerin.

 

In einem der Klassenräume konnte sich Ivanovski ein provisorisches Atelier einrichten, denn seine Wohnung in Fürth ist zu klein für die bevorzugten Großformate. Die Akademie vergleicht Ivanovski mit einer Insel — die er nun mit Abschluss seines Studiums aber verlässt. „Jetzt wird es ernst”, sagt der Absolvent, der trotz unsicherer Zukunft („Ich brauche ein Atelier, einen Sponsor, eine Galerie”) optimistisch bleibt.

 

Motiviert hat ihn auch sein kürzlicher Aufenthalt in Salzburg bei der renommierten Internationalen Sommerakademie für Bildene Kunst. „Ich habe dort neue Impulse bekommen — nicht was Technik angeht, sondern was die Art betrifft, eine Geschichte zu erzählen”, resümiert er.

 

Künftig wird er sich seiner großen Liebe, dem Kino, wohl insofern annähern, als er in Bildreihen arbeitet. Eine Fotoserie, die Alexander Ivanovski von der Bedienung in einem Salzburger Café geschossen hat, soll als Vorlage dienen ...

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